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    aus der Internatsschule Lucius

Der Erdkunde-Leistungskurs und zwei Schüler aus dem Grundkurs der Jahrgangsstufe Q3 besuchten im Rahmen des Themenfeldes „Rohstoffe“ das Besucherbergwerk Grube Bindweide in Steinebach an der Sieg. Dies war einst eine der größten Gruben im Siegerland. Schacht 2 reicht gar bis 500 m in die Tiefe und in der Blütezeit der Grube waren dort über 900 Menschen beschäftigt. In den vergangen Jahren hat man dort mit Liebe zum Detail ein Besucherbergwerk errichtet.

Unsere Exkursion hatte das Ziel, in die Welt der Bergleute einzutauchen und das Wissen aus dem Unterricht mit authentischen Erfahrungen zu ergänzen: Mit Helm und Mantel ausgestattet, fuhren wir zunächst unter ohrenbetäubendem Lärm mit der Grubenbahn tief in den Stollen hinein (ca. 1,3 km). Ein gelernter Bergmann lieferte auf dem Rundgang durch die Stollen authentische Berichte über den Abbau von Brauneisenstein und Eisenglanz in der Grube und zeigte den Schülern die unterschiedlich gefärbten Gesteinsarten und erläuterte den Erzgehalt und die Beschaffenheit. Förderung per Hand mit Schlägel und Eisen sowie der schrittweise Einsatz moderner Fördertechniken waren Teil des Rundgangs durch den Stollen, während dessen besonders größere Schüler oft den Kopf einziehen mussten. Wir wurden eindrücklich über die Arbeitsbedingungen unter Tage aufgeklärt und erlebten Dunkelheit, Kälte und Lärm testweise am eigenen Leib: unvorstellbar aus heutiger Sicht, dennoch lange ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Region. Mit einem kräftigen „Glück auf!“ entließ uns der Bergmann am Ende der Führung in das angrenzende Besuchermuseum. Hier vervollständigte sich das Bild über den Bergbau durch Informationen zur Lagerstättenbildung einerseits und Verarbeitung des in der Grube abgebauten Erzes zu Stahl andererseits.

Unweit des Besucherbergwerks (25 min Fußmarsch über den Druidensteig) stand der letzte Programmpunkt des Tages an: Der sogenannte Barbaraturm (Barbara ist die Schutzheilige der Bergleute), ein ehemaliger Förderturm, ist auf der Steineberger Höhe als Aussichtspunkt aufgebaut worden.

(Elisabeth Michel)