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    aus der Internatsschule Lucius

Die Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Deutsch der Jahrgangsstufe Q3 bei Frau Klein haben sich im Zuge der Unterrichtseinheit „Lyrik des Expressionismus“ mit dem für diese Epoche als programmatisch geltenden Gedicht „Weltende“ (1911) von Jakob von Hoddis beschäftigt. Den Titel haben sie zum Anlass genommen, ihre eigenen Gedanken zum Thema lyrisch zu verarbeiten.

Sunpeng Shi: Weltende: Eine Reise

Roter Himmel, blaue Erde

Was das bedeutet, weiß noch keiner.

Eine Stimme aus der Ferne:

„Komm, mein Kind, zu mir,

Die Antwort, die du suchst,

findest du hier!“

so ich höre, so ich renne,

Verlorene Wege

Schlagen mich nieder.

Oh, weg flieht meine Hoffnung,

taucht die Stimme auf:

„Ich zeig dir die Richtung,

gib noch nicht auf!“

nach oben ich sehe,

Schein eines Sterns,

der aber glitzert

wie der Ruf des Todes.

Näher ich gehe

Stärker es scheint.

Klar ich jetzt sehe

Den Schimmer einer Sichel.

Ich falle auf meine Knie,

murmle in meinen Bart.

Vater unser,

nimm mich mit.

Aber nichts passiert,

es bleibt so, wie es ist.

Kein Geräusch, keiner singt.

Alles wird dunkel, alles wird still.

Dann bemerke ich, wo ich bin.

Sebastian Gaese: Apokalypse

Man glaubt, es möge ein Grollen sein,

der Himmel wird schwarz und die Nacht fällt herein,

Die Tore der Unterwelt öffnen sich schwer,

Übergießen die Welt mit Flammen und Teer,

Doch da, es ist nur ein weißer Punkt,

wird heller und heller,

die letzte Stund´,

Menschen von Macht und Schmerzen geheilt,

Stehen nun Hand in Hand für das Ende bereit.

Sebastian Gaese: Letztes sein

Blick geweitet

Augen starr

In mir ruhend

Sitz ich da

Tod klopft an

Kommt bald vorbei

Leben endet

Werde frei

Tiefe Sphären

Tun sich auf

In Gedanken

Runter, rauf

Ende sehen

Mich nicht rühren

Tiefe Schwärze

Mich verführen

Lange Fänge

Kurzer Schmerz

In zwei Hälften

Bricht das Herz.

Felix Scholle: Die Hoffnung stirbt

Jeder weiß, was kommt.

Alle verstecken sich.

Alle weinen

nur um sich.

Es ist nichts mehr da.

Die Schüsse fallen.

Alle schreien.

Alle weinen.

Ein Knöpfchen wird gedrückt

Und es herrscht Stille.

Ein grelles Licht und ein Knall,

dann ist es vorbei.

Keiner schreit.

Keiner weint.

Nur die Stille bleibt.

Isabelle Schulz: Deine Welt endet

Es beginnt in dir

Mit Einsamkeit beginnt

Die Lust und auch die Gier.

Von Grund auf nimmt

Dies alle Lust dir.

Zweifel kommen und bleiben,

Mit Gedanken kommen Zweifel.

Sie nisten und lassen dich leiden.

Um dich wird es dunkel

Alles geht, Nichts wird bleiben.

Innere Leere bereitet Schmerzen

Mit Leben hat sie nichts, die Leere

Das Gefühl setzt sich fest im Herzen

Es gibt keinen Ausweg, sie zieht die Schwere,

Sie geben dich nicht mehr her die Schmerzen

Aktion, Rot, Licht, Schwarz.

Das war´s.

Jakob Kerstien: Liebe Welt

Oh, du liebe Welt

Wie du mir gefällst

Das Gras tanzt im Winde

Die Bäche plätschern vor sich hin.

Leider kommt bald dein Ende

Durch uns Menschen selbst.

Globalisierung ist dein Krebs

Der unheilbar ist.

Was kann ich für dich tun

Oh du liebe Welt

Ich allein kann nichts tun

So sehr du mir gefällst.

Hannah Dinjus: Fern und zugleich nah

Mein Ende kommt näher.

Jeden Tag, Schritt für Schritt.

Die Angst lässt mich versagen,

ich schau wieder zurück.

Du warst mein Weg nach vorne,

doch jetzt mein Herz zerbricht.

Ich greife nach den Sternen

Und suche dort mein Glück.

Ich schau nur noch nach vorne

Und nie wieder zurück.

Das Schwarz meiner Welt wird weilen,

ob langer Weg oder ein Stück.

Tobias Stöcker: Untergang

Der Untergang bricht herein

Überall sind Menschen am schreien

Es komen Naturgewalten,

Urgewalten, Blitze die die Köpfe

Dieser Burschen spalten

Der Boden tut sich auf

Der Teufel grüßt daraus

Dämonen sind die neuen Einwanderer

Am Horizont ist jedoch nur ein Wanderer

Er steht allein mit steifem Blick

Es scheint so al gäbe er keinen […]

Als sich ein Dämon nähert verpasst er

Ihm nen eiskalten Kick

Seine Innereien fliegen wie Sternschnuppen

Man muss nur in die Ferne gucken.