• NEUIGKEITEN

    aus der Internatsschule Lucius

Am Freitag, den 2. Dezember 2016, begann für die Schüler des Q1 Erdkundegrundkurses von Herrn Sawalies das seit längerem geplante „Erdkundewochenende“. Wir Schüler sollten bis Samstagnachmittag im Internat bleiben, wobei der Freitagnachmittag für eine Exkursion nach Marburg und der Samstag für eine Reihe von Schülerpräsentation über die Stadtstrukturen verschiedener Städte auf unterschiedlichen Kontinenten angedacht war.

Gegen 15:30 Uhr fuhren wir zusammen mit Herr Sawalies in einem der Schulbusse los. Nach etwa einer Dreiviertelstunde Fahrt erreichten wir Marburg und parkten in einem Parkhaus in der Stadtmitte. Von dort aus machten wir uns zunächst auf den Weg in die Oberstadt, die auf Grund ihrer hohen Lage auf dem Schlossberg fast nur über steile Wendeltreppen oder Aufzüge zu erreichen ist. Dort angekommen führte uns Herr Sawalies auf den Marktplatz vor dem Rathaus, wo zu dieser Zeit ein gut besuchter Weihnachtsmarkt sattfand. Hier tranken wir noch einen Glühwein. um uns aufzuwärmen, denn durch die Straßen der Oberstadt wehte ein unangenehm kalter Wind. Vor dem Glühweinstand waren der Länge nach einige Unterstände aufgebaut unter deren Decken Wärmestrahler hingen, unter denen sich Menschen allen Alters tummelten und angeregt unterhielten.

Nachdem wir unseren Glühwein getrunken hatten, gaben wir die Tassen zurück und Herr Sawalies kündigte mit einem breiten Grinsen an, dass wir nun auf den Schlossberg hinaufgehen würden, um von dort Marburg von oben und die Stadtstruktur betrachten zu können. Wir belächelten das dann erstmal, doch dann führte er uns weg vom Markt in eine verwinkelte Ecke zwischen den Häusern am Ende des Marktplatzes, zu einer schmalen Treppe, die so genannte Schlosstreppe, die steil den Berg hinaufführte. Nach der Treppe folgte eine, ebenfalls steil nach oben verlaufende Kopfsteinpflasterstraße, der wir folgten, bis wir oben am Landgrafenschloss, das auf dem Gipfel des Berges gebaut wurde, ankamen. Von dort aus konnten wir in der Dämmerung fast die gesamte Stadt und noch weite Teile des Lahntals überblicken. Herr Sawalies holte eine Karte hervor und wies uns an, sie auszubreiten. Anhand der Karte und dem was wir sahen, sollten wir uns orientieren, beschreiben welchen Weg wir gekommen waren und Besonderheiten der Stadtstruktur Marburgs erkennen und analysieren. Wir scherzten noch ein wenig herum, und Herr Sawalies erzählte von der Geschichte über den krummen Glockenturm der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien und wie dieser laut Legende zu begradigen sei, bevor wir uns an den Abstieg in Richtung Elisabethenkirche machten.

Auf dem Weg dorthin zeigte er uns noch, wo er selbst zu seiner Studentenzeit einmal gewohnt hatte. Vor der Elisabethenkirche war ebenfalls ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, doch wir gingen daran vorbei zum Parkplatz auf der anderen Seite der Kirche, um eine Schülerin des Kurses aufzugabeln, die nicht zu Beginn mitfahren und erst jetzt zu uns stoßen konnte. Um eine Person vergrößert, zeigte uns Herr Sawalies die Universitätsgebäude für Geographie, die sich direkt neben der Kirche befanden, in denen er selbst studiert hatte. Danach zeigte er uns ein kleines Viertel am Lahn Ufer, das durch die massiven Investitionen von Dr. Reinfried Pohl von einem heruntergekommen zu einem schönen und modernen Geschäftsviertel aufgewertet worden war. Zuletzt besichtigten wir noch den Bahnhof und gingen dafür ein gutes Stück an der Lahn entlang. Vor dem Bahnhofsgebäude erzählte uns Herr Sawalies wie sich durch moderne Stadtplanung Marburg im Laufe der Jahrzehnte immer mehr verändert hatte, um zum Beispiel die Verkehrssituation in der Stadt zu verbessern.

Als er seine Erklärung beendet hatte, machten wir uns auf den Weg zurück in die Oberstadt, um dort noch etwas zu essen, bevor wir ins Internat zurückfahren würden. Diesmal führte er uns aber über den Steinweg, einer der wenigen Straßen, über die Autos in die Oberstadt gelangen können. Die Restaurants waren gut besucht und es war nicht ganz so einfach für eine siebenköpfige Gruppe noch einen Tisch zu bekommen. Doch schließlich wurden wir in einem netten kleinen Restaurant fündig, das überwiegend von Studenten besucht war. Unser Weg zurück war derselbe, den wir ganz am Anfang des Ausfluges gekommen war. Müde und erschöpft stiegen wir in den Bus und sprachen auf der Rückfahrt über unsere Eindrücke und wie wir den Rest des Abends noch verbringen würden. Wir einigten uns darauf, in Echzell noch ins Deutsche Haus, die örtliche Kneipe, zu gehen und fielen später todmüde ins Bett.

Lauritz Hartherz, Q1