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    aus der Internatsschule Lucius

Das ist in der heutigen Arbeitswelt mit Sicherheit eine Seltenheit geworden – 38 Jahre Betriebszugehörigkeit!

Am vergangenen Freitag durften wir Frau Marlene Roos in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Wohlverdienter Ruhestand – ein altmodisch anmutender Begriff und dennoch ist er mehr als zutreffend, wenn wir auf die fast 4 Jahrzehnte zurückschauen, in denen Marlene Roos für unsere Internatsschule tätig war.

Begonnen unter der Leitung unserer Eltern, hat sie nicht nur uns heranwachsen sehen, sondern auch unsere Kinder. 3 Generationen Familie Lucius, 7 Köche, mehrere Hundegenerationen; Hunderte von Schülerinnen und Schülern, Berge von geschmierten Marmeladen- und Nutella-Broten; unzählige Angestellte in Haus, Hof und Garten, die kamen und gingen; meist gute Zeiten, aber auch weniger gute Zeiten geteilt; einen Wechsel in der Internatsleitung von der 5. zur 6. Generation hat Marlene miterlebt und mitgetragen. Kein Raum, kein Quadratmeter im Haus, den sie nicht schon geputzt hätte, kein Eckchen im Garten, das sie nicht gejätet, gewässert oder gepflegt hat. Von der Raumpflege, über die Essensausgabe, von der Waschküche bis zur Spülküche, von der Mitarbeit beim Zubereiten der Speise bis hin zu all den vielfältigen Arbeiten, die in einem so großen Haus wie dem unseren täglich und immer wieder anfallen – Marlene Roos kennt alle Tätigkeiten, alle Menschen, die bei uns ein- und ausgingen und gehen und ist mit den Jahrzehnten für uns zu einer Institution geworden.

Jede von uns sieht sie vor ihrem geistigen Auge, wenn sie früher morgens in den Hof radelte; später dann aus ihrem Gartentörchen zur Mittagszeit kommend die Straße überquerte und durch den Garten ging, immer gleichbleibend ruhig und liebenswert schnodderig; am Nachmittag in alten Zeiten gegen 17 Uhr in der Lehrküche bei Kaffee und einem Plausch. Am Freitagnachmittag oft bei den letzten Helfern, zum tausendsten Male die Sandsteintreppe aufwischend, auf ihren Schrubber gelehnt, immer nach den Kindern fragend, anteilnehmend an uns und dem Gedeihen unserer Internatsschule. Loyalität war für sie immer selbstverständlich und das „Mit-uns-mitgehen“, gleich, welche Neuerungen es gab, war für Marlene Roos auch natürlich und klar.

Den Schülerinnen und Schülern war sie zugetan, auch wenn man das bei ihrer leicht schnodderigen Art als junger Mensch nicht immer gleich merkte, aber diejenigen unter der Schülerschaft, die bereit waren, hinter diese Attitüde zu schauen, waren sich sicher, wohlwollend und leicht flapsig begrüßt und umsorgt zu werden. Die gegenseitige Sympathie ist heute noch an den Ehemaligentreffen zu spüren, gilt doch eine der ersten Fragen vieler unserer ehemaligen Schülern Frau Roos: “Wo ist sie? Gell, die ist doch noch da?“.

Nein, da ist sie nun nicht mehr, aber wir wünschen ihr von Herzen, dass sie viele fröhliche Reisen unternimmt, dass sie es genießt, viel Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und den Alltagstrott nach so vielen Jahren hinter sich gelassen zu haben.

Uns bleibt ein unendlich großes Dankeschön für all die vielen Jahre an Freundschaft für unsere Internatsschule, für uns und unsere Familien und vor allem auch und besonders für unsere Kinder – die eigenen und die uns anvertrauten! Und wir sind uns sicher, dass sich auch weiterhin manchmal das Gartentürchen bei Marlene Roos öffnen wird und sie über Straße durch unseren Garten in die Küche kommen wird, um nach dem Rechten zu sehen. Vielleicht an einem Freitag Spätnachmittag, wenn wir zu dritt mal wieder auf der Treppe im Hof sitzen und auf die vergangene Woche zurückschauen oder uns einfach nur freuen, dass Wochenende ist… liebe Marlene, immer herzlich willkommen, wir freuen uns auf dich und deinen Besuch!

Vera Kissner, Laura Lucius und Luise Schüssler im Namen unserer Internatsschule und im Namen unserer Familien